SPD-Kreistagsfraktion besichtigt AHG Klinik Hardberg in Breuberg-Sandbach

Veröffentlicht am 10.10.2010 in Kommunalpolitik

Foto: Rolf Wilkes

Die AHG Klinik Hardberg behandelt seit über 25 Jahren erfolgreich
Erwachsene und Jugendliche mit Erkrankungen in den Bereichen Psychosomatik und Sucht. Groß deshalb die Vorbehalte in der Bevölkerung, als seinerzeit öffentlich wurde, welcher Träger in die leerstehende ehemalige Ernst-Ludwig-Klinik Sandbach einziehen würde. Der Umzug von Wald-Michelbach nach Sandbach erfolgte 2008 und von den anfänglichen Bedenken der Einwohner im Umfeld der Klinik ist nichts, aber auch gar nichts eingetreten, wie Chefarzt Dr. Carsten Till, Verwaltungsdirektor Rudolf Terres, Breubergs Bürgermeister Frank Matiaske, Landrat a.D. Horst Schnur und die Kommunalpolitiker aus SPD-Kreistagsfraktion und SPD-Unterbezirk übereinstimmend feststellten.

„Wir sind keine Drogenklinik“, betonte Chefarzt Dr. Till, sondern bieten mit unserem ganzheitlichen Behandlungsansatz vormals Suchtmittelabhängigen und Menschen mit psychosomatischen Problemen vielfältige Möglichkeiten, um schnell wieder mit voller Leistungsfähigkeit in das Alltags- und Berufsleben zurückzukehren.
Der Einzug der AHG Klinik Hardberg in die denkmalgeschützte Klinik in Sandbach war vor gut zwei Jahren ein Glücksfall für die Region, wie mehrfach betont wurde. Die Klinik hat heute knapp über 100 Mitarbeiter, von denen ein Drittel bereits in Diensten der ehemaligen Ernst-Ludwig-Klinik stand. Die AHG Klinik ist für 160 Patienten ausgelegt und voll belegt, wobei etwa 70 Prozent auf den Bereich Sucht und 30 Prozent auf psychosomatische Erkrankungen entfallen. Eine Aufstockung auf 220 bis 250 Betten wäre optimal, um bei einer 12-wöchigen Verweildauer (Sucht) beziehungsweise 6-wöchigen Verweildauer (Psychosomatik) langfristig eine individuelle, störungsspezifische Behandlung mit hohem Therapie- und Serviceangebot wirtschaftlich zu betreiben. Wir verfügen als Reha-Klinik über ein gut aufgestelltes Ärzteteam, wobei es nicht leicht war, gute Fachkräfte für eine Klinik im Odenwaldkreis zu bekommen, erläutern Chefarzt und Verwaltungsdirektor. Übereinstimmender Tenor: Die Rehabilitation rechnet sich für Patienten, Kostenträger und Kliniken. Der Tagessatz von im Schnitt 113 EUR für Einzelzimmer, Essen, Reinigung, gesamtem Therapieplan und 24-stündigem Dienst von Arzt- und Pflegepersonal ist knapp bemessen, so dass der hohe Qualitätsstandard nur bei voller Belegung gehalten werden kann, so Verwaltungsdirektor Terres weiter. Die Frage von Oliver Grobeis, SPD-Spitzenkandidat für die Kommunalwahl 2011, nach Behandlungsabbrüchen beantwortet der Chefarzt so: Ja, trotz Selbstverpflichtung der Patienten kommen Therapieabbrüche vor; meist sind es disziplinarisch begründete Entlassungen. „Wir sind dem Patienten freundlich zugewandt, müssen jedoch auf eine strikte Einhaltung der Hausordnung achten“, führt Dr. Till aus, „das erwarten auch unsere Kostenträger“. Einzugsgebiet ist hauptsächlich Hessen, aber auch die Deutsche Rentenversicherungen (DRV) angrenzender Bundesländer weist uns Patienten zu. Leider gibt es noch keine Anbindung an die DRV des Bundes, die wir anstreben. Wir wollen unser Angebot verifizieren und so beispielsweise im nächsten Jahr Betreutes Wohnen für Jugendliche einrichten. Auch ist die Adaption von Suchtpatienten mit begleitenden Maßnahmen für 2011 geplant, hören die interessierten Parlamentarier von der Klinikleitung.
Fraktionschef Günter Verst dankte in seinem Schlusswort für den Einblick in den Klinikalltag und die umfangreichen Informationen. „Wir sind dankbar, dass AHG die Nachfolge der Ernst-Ludwig-Klinik angetreten hat; das wäre sonst für Breuberg und die Region arbeitsmarktbezogen wie wirtschaftlich eine Katastrophe geworden“. –rw-

 

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