Die SPD-Kreistagsfraktion in Bad König (Foto: Rolf Wilkes) Ein direktes Bild von der Situation der Bad Königer Kurgesellschaft mit Odenwald-Therme und Kureinrichtungen verschaffte Inge Ollmann, Geschäftsführerin der Kurgesellschaft Bad König mbH, am vergangenen Dienstag (27.7.) den Mitgliedern der SPD-Kreistagsfraktion im Rahmen ihrer Sommerrundreise. Unterstützt wurde sie dabei von Bürgermeister Uwe Veith und Edith Fleckenstein von der Kur-Verwaltung.
Ihren Ausführungen war zu entnehmen, dass Energieversorgung und Kapitaldienst für die Therme die Kurgesellschaft und die Stadt momentan stark beschäftigen. Die Unterstützung durch die Politik ist notwendig, um den Kapitaldienst in den Griff zu bekommen, so Bürgermeister Veith. Deshalb sind die Energieversorgung und der Kapitaldienst die Stellschrauben, an denen gedreht werden muss. Energieeinsparung und Optimierung heißt das Gebot der Stunde. Die Odenwald-Therme, im Gegensatz zu ähnlichen Einrichtungen zu 100% fremdfinanziert, ist zudem auf steigende Besucherzahlen angewiesen, um das finanzielle Defizit in Griff zu bekommen. Hier gelte es, die günstige Lage Bad Königs und der Odenwald-Therme zwischen den Ballungszentren Rhein-Main und dem Raum Mannheim/Heidelberg stärker herauszustellen und als Trumpfkarte auszuspielen, so Bürgermeister und Kur-Geschäftsführerin unisono.
Inge Ollmann stellte dazu den Mitgliedern der SPD-Kreistagsfraktion engagiert und überzeugend ihr neues Konzept für Therme und Kur vor, das speziell das nicht mehr zeitgemäße Kurangebot ablösen soll: Die vorhandenen Bäder, ob Stanger- oder Moorbäder, verströmen den Charme der siebziger Jahre und werden so nicht mehr genutzt, sind aber für ärztlich verordnete Bäder vorzuhalten. Wir wollen auf jeden Fall das Prädikat Kurort und Kur-Bad erhalten, betonte die Kur-Geschäftsführerin, dabei behutsam einen Rückbau auf das Notwendigste vornehmen und neue, moderne Betreuungsfelder angehen. Angedacht sind beispielsweise eine Öffnung des Kurbereichs zum Saunabereich der Therme, spezielle Wellness-Angebote und eine bessere Ausnutzung der Therapieabteilung, da kompetente Mitarbeiter vorhanden sind. Neu zu entwickelnde Programme, z.B. zur Linderung bei Migräne und Atemwegserkrankungen, bieten sich an. Die im Hause vorhandene Internistische Gemein-schaftspraxis macht die Therapieabteilung der Kurgesellschaft zusätzlich attraktiv, so Inge Ollmann weiter.
Attraktiv macht die Odenwald-Therme ohne Zweifel auch die im Oktober 2005 eröffnete Salzgrotte, die jährlich zehn- bis zwölftausend Besucher zählt. Interessant in diesem Zusammenhang: Die weitaus meisten Besucher der Odenwald-Therme kommen aus Rheinland-Pfalz, und nur etwa 8 Prozent aus Bad König und dem Odenwaldkreis.
Abschließend stellten Bürgermeister und Kur-Geschäftsführerin den Fraktionsmitgliedern die Planung der im Rohbau befindlichen neuen Wandelhalle vor. Investitionskosten von rund 1,7 Mio. Euro sind veranschlagt; fertiggestellt sein soll sie spätestens im Frühjahr 2011.
Sie soll zeitgemäßen Raum bieten für Konzerte, Theateraufführungen, Märkte, Ausstellungen, Modeschauen und Tagungen. Kur-Geschäftsführerin Inge Ollmann: „ Ich könnte mir bei der auch von außen nutzbaren Bühne der neuen Wandelhalle vorstellen, hier in zwei Jahren Public Viewing für die Fußball-EM anzubieten.“
Günter Verst dankte als Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion für die aufschlussreichen, sach- und fachkundigen Ausführungen. Die Unterstützung der Sozialdemokraten für die konzeptionelle Neuaufstellung der Odenwald-Therme und des Kurwesens in Bad König ist gewiss, so Günter Verst weiter. Der erst seit kurzem tätigen neuen Kur-Geschäftsführerin Inge Ollmann wünschte er im Namen der gesamten SPD-Kreistagsfraktion eine glückliche Hand und ein gutes Gelingen bei der Umsetzung der vorgestellten Konzepte.
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